Bis 2007 war der Computer fast vollständig zur Festkörpertechnik geworden — bis auf eine versiegelte Aluminiumbox, die immer noch eine Präzisionsmaschine war. In ihrem Inneren rotieren zwei Glasscheiben mit 7200 RPM, während Schreib-Lese-Köpfe auf einem Luftpolster darüber schweben, das dünner ist als eine Lichtwellenlänge, gesteuert von einem Schwingspulenaktuator, der zehntausend Spuren in einer Hundertstelsekunde überqueren kann. Dieses Exponat nimmt den Deckel von dieser Box: der Scheibenstapel, der dreiphasige Spindelmotor im Nabenzentrum mit seinem Flüssigkeitslager, der Aktuator mit seinen Neodym-Magneten, die Parkrampe und die Controller-Platine auf der Unterseite sind alle Teil für Teil nachgebildet.
Hier ist nichts eine vorgefertigte Animation. Das Exponat betreibt ein echtes (winziges) FAT-Dateisystem — Bootsektor, Belegungstabelle, Stammverzeichnis — über eine echte zonierte CHS-Geometrie, und die Demodateien tragen die echten Erkennungsbytes der Formate, die du jeden Tag nutzt: JPEG, MP3, MP4, reiner Text. Wenn du eine Datei schreibst, wählt der Allokator Cluster aus, der Arm sucht mit echter Suchzeit-Mathematik, die Scheibe liefert jeden Sektor nach einer tatsächlich berechneten Rotationslatenz, und die Ansicht der Magnetoberfläche zeigt die Bits — hoch für Eins, tief für Null —, zu denen deine Bytes wurden. Lösche eine Datei, und sieh zu, wie sich nur der Verzeichniseintrag und die Belegungstabelle ändern, während die Daten auf der Scheibe bleiben: der Grund, warum Undelete-Tools funktionieren.
Der Rhythmus aus Schreiben und Löschen eines lebendigen Dateisystems zerlegt Dateien irgendwann in Fragmente, und der geführte Story-Modus reproduziert dieses berühmte Problem im Kleinen — und liest die fragmentierte Datei anschließend wieder ein, damit du sehen kannst, wie der Arm dafür bezahlt, Suchvorgang für Suchvorgang. Die senkrechte magnetische Aufzeichnung, die um 2006 in die Massenproduktion ging, packte diese Bits senkrecht in die Scheibe und trug die Festplatte in die Terabyte-Ära; dieselbe Laufwerksarchitektur speichert noch heute den Großteil der Daten der Welt in jedem Rechenzentrum.
Technische Daten
- Bauform
- 3,5″ SATA-Desktop-Laufwerk, zwei Scheiben, vier Köpfe
- Spindel
- 7200 RPM BLDC im Nabenzentrum, 9-Nuten-Stator, Flüssigkeitslager
- Aufzeichnung
- Senkrecht, zonierte Bit-Aufzeichnung, 16 Zylinder (Ausstellungsmaßstab)
- Simuliert
- FAT-Dateisystem, Such- und Rotationslatenz-Mathematik, Magnetbits
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